Marktkommentar Oktober 2026
Werbemitteilung | Der USA-Iran-Konflikt und die Zinserhöhungen von EZB und Fed belasteten insbesondere langlaufende Anleihen durch steigende Renditen. An den Aktienmärkten konnten sich lediglich große US-Technologiewerte behaupten, während der breite Markt und europäische Aktien nachgaben.

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Das Wichtigste in Kürze*:
• Der Konflikt zwischen den USA und dem Iran hielt die Energiepreise hoch. Zusammen mit Zinserhöhungen von EZB und Fed stiegen die Renditen, und lange Laufzeiten verloren deutlich.
• Bei Aktien setzten sich nur große US-Technologiewerte ab. Der breite Markt und Europa gaben nach.
* „Das Wichtigste in Kürze“ wurde von einer künstlichen Intelligenz generiert.
Zinsanstieg und Energiepreisschock prägen die Märkte
An den Kapitalmärkten stand der September im Zeichen eines erneuten Inflations- und Zinsschocks: Der andauernde Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie Einschränkungen der Schifffahrt durch die Straße von Hormuz hielten die Energiepreise auf einem hohen Niveau. Gleichzeitig übten angespannte Staatsfinanzen und ein umfangreiches globales Anleiheangebot zusätzlichen Aufwärtsdruck auf die Renditen aus. Vor diesem Hintergrund erhöhten sowohl die Europäische Zentralbank als auch die Federal Reserve ihre Leitzinsen um jeweils 25 Basispunkte. In den USA trugen neben dem Energiepreisschock auch Importzölle und die hohen Investitionsausgaben im Zuge des KI-Booms zum anhaltenden Preis- und Zinsdruck bei.
An den globalen Aktienmärkten setzte sich im September die ausgeprägte Divergenz zwischen technologieorientierten US-Standardwerten und dem schwächeren breiten Markt fort. Europäische und chinesische Aktien verzeichneten überwiegend Kursverluste. In Europa gab der DAX um 4,0 % nach. Der Euro Stoxx 50 verlor 2,4 %, während der breiter gefasste Stoxx Europe 600 um 2,5 % sank. In den USA konzentrierte sich die relative Stärke insbesondere auf große Technologiewerte. Der NASDAQ 100 legte um 3,2 % zu, wohingegen der S&P 500 um 0,5 % nachgab. Deutlich schwächer entwickelte sich der gleichgewichtete S&P 500 mit einem Rückgang von 5,0 %. Die deutliche Differenz zum kapitalisierungsgewichteten S&P 500 dokumentiert die geringe Breite der Kursentwicklung. Noch ausgeprägter waren die Verluste bei Unternehmen unterhalb des Large-Cap-Segments: Der S&P 400 MidCap verlor 4,4 %, der Russell 2000 sogar 5,4 %. In Asien überwogen ebenfalls die Kursverluste. Der chinesische CSI 300 verlor 5,8 %, der Hang Seng büßte 3,7 % ein. Demgegenüber stieg der japanische Nikkei 225 um 0,7 %.
Im September war das Marktsentiment von einer moderaten Zunahme der erwarteten Aktienmarktvolatilität geprägt. So stieg der VIX auf 16,3 Punkte, während der VDAX auf 18,0 Punkte anzog. Die technischen Relative-Stärke-Indikatoren bewegten sich dagegen weiterhin außerhalb extremer Bereiche. So lag der RSI des DAX mit 39,0 Punkten im unteren neutralen Bereich, während sich der Wert beim Euro STOXX 50 auf 44,0 Punkte belief. Der S&P 500 wies mit 59,0 Punkten einen höheren RSI auf, blieb damit jedoch ebenfalls deutlich unter der Schwelle von 70 Punkten. Somit befand sich keiner der drei betrachteten Aktienmärkte zum Monatsende in einem technisch überkauften oder überverkauften Zustand.
Innerhalb der europäischen Aktiensektoren zeigte sich eine erhebliche Performanceheterogenität. An der Spitze lag der Technologie-Sektor mit einem Monatsgewinn von 4,8 %, gefolgt vom Energie-Sektor mit einem Plus von 4,2 %. Damit entwickelten sich beide Branchen entgegen dem rückläufigen Gesamtmarkt positiv. Auf der Gegenseite verzeichnete der zyklische Konsum mit einem Minus von 8,0 % die schwächste Entwicklung. Kommunikationsdienste verloren 6,2 %, Grundstoffe gaben um 4,1 % nach. Technologie war somit die stärkste und der zyklische Konsum die schwächste europäische Branche des Monats.
Die Streuung fiel bei den europäischen Investmentstilen erheblich geringer aus als zwischen den einzelnen Branchen. Value zeigte mit einem Rückgang um 2,2 % die relativ beste Entwicklung. Growth verlor 2,4 %, während Large Caps um 2,5 % zurückgingen. Mid Caps und Small Caps verzeichneten jeweils einen Rückgang von 2,6 % und bildeten damit das schwächere Ende des betrachteten Stilspektrums. Insgesamt blieb die Differenzierung zwischen Growth und Value sowie zwischen den verschiedenen Größenklassen im September vergleichsweise moderat.
An den Rohstoffmärkten waren die Bewegungen demgegenüber außerordentlich ausgeprägt. Brent-Rohöl verteuerte sich im Monatsverlauf um 8,2 % und notierte zum Monatsende bei 99 US-Dollar je Barrel. Gold verlor hingegen 8,5 % und schloss bei 4.176 US-Dollar je Feinunze. Noch stärker fiel der Preisrückgang bei Silber aus: Es sank um 13,6 % auf 61 US-Dollar je Feinunze. Kupfer entwickelte sich mit einem Anstieg von 0,6 Prozent auf 14.454 US-Dollar je Tonne weitgehend stabil. Somit stand der kräftigen Ölpreisentwicklung eine deutliche Korrektur bei den Edelmetallen gegenüber.
An den europäischen Rentenmärkten überwogen im September die Kursverluste, die mit zunehmender Laufzeit deutlich stärker ausfielen. Euro-Hochzinsanleihen gaben um 1,4 % nach, Nachranganleihen verloren 1,6 %, Pfandbriefe 1,2 % und Unternehmensanleihen ebenfalls 1,4 %. Euro-Staatsanleihen standen mit einem Minus von 2,2 % noch stärker unter Druck.
Besonders ausgeprägt war die laufzeitabhängige Differenzierung. So verloren kurzlaufende Pfandbriefe mit Laufzeiten von einem bis drei Jahren lediglich 0,4 %. Bei Euro-Staatsanleihen belief sich der Rückgang für Laufzeiten ab fünf Jahren auf 3,1 Prozent und für Laufzeiten ab sieben Jahren auf 3,5 Prozent. Unternehmensanleihen mit Laufzeiten zwischen einem und fünf Jahren gaben um 0,8 % nach, während Titel mit Restlaufzeiten von mindestens 15 Jahren 2,4 % verloren. Kurzlaufende Unternehmensanleihen außerhalb des Finanzsektors zeigten sich mit einem Minus von 0,5 Prozent vergleichsweise stabil. Der Kursdruck konzentrierte sich somit vor allem auf die längeren Laufzeitsegmente.
Parallel hierzu stiegen die Renditen an den Staatsanleihemärkten deutlich an. So erhöhte sich die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen um 25 Basispunkte auf 3,57 %, die von zweijährigen Titeln um 29 Basispunkte auf 3,21 %. In den USA stieg die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen um 50 Basispunkte auf 5,26 %, während die Rendite zweijähriger US-Treasuries um 51 Basispunkte auf 4,85 % anzog.
Während der Euro am Devisenmarkt im September gegenüber dem US-Dollar abwertete und den Monat bei einem EUR/USD-Wechselkurs von 1,130 beendete, war bei den Kryptowährungen eine Aufwertung gegenüber dem US-Dollar zu beobachten. So schloss Bitcoin den Monat bei 83.713 US-Dollar, während Ether zum Monatsende bei 2.683 US-Dollar notierte.
Zinsdruck bleibt das Hauptthema
Im September zeigte sich erneut, dass der Zinsdruck die Märkte weiterhin dominiert. Lange Laufzeiten im Euroraum und in den USA gaben deutlich nach, während kurze Laufzeiten stabil blieben. Aktien folgten keinem einheitlichen Trend: Während sich große US-Technologiewerte absetzten, gaben der breite Markt, Europa und Small Caps nach.
Für uns bedeutet dies, dass wir bei kurzen bis mittleren Laufzeiten und selektiven Positionen in Qualitätstiteln bleiben. Eine breite Erholung des Aktienmarkts werden wir erst wieder sehen, wenn sich die Energiepreise und die Inflation stabilisieren und die Renditen wieder fallen.
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