Marktkommentar April 2026
Werbemitteilung | Der US-Iran-Konflikt und die Blockade der Straße von Hormus lösten im März durch einen massiven Ölpreisschock drastische Kursverluste an den weltweiten Aktien- und Rentenmärkten aus. Während der Energiesektor von dieser Entwicklung profitierte, gerieten Luxus-, Tech- und Wachstumswerte unter den Druck steigender Zinsen und einer deutlich gewachsenen Risikoaversion. Da die aktuelle Markterholung lediglich auf vagen diplomatischen Hoffnungen basiert, drohen bei einer erneuten militärischen Eskalation weitere Ölpreissteigerungen und eine globale Rezession.

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Das Wichtigste in Kürze*:
• Im März lösten der US-Iran-Konflikt und die Blockade der Straße von Hormus einen massiven Ölpreisschock sowie weltweit drastische Kursverluste an den Aktien- und Rentenmärkten aus.
• Während der Energiesektor als Profiteur massiv zulegte, litten Luxus-, Tech- und Wachstumswerte unter Inflationssorgen, steigenden Zinsen und einer deutlich gestiegenen Risikoaversion.
• Die aktuelle Markterholung basiert lediglich auf vagen diplomatischen Hoffnungssignalen und bei einer erneuten militärischen Eskalation drohen steigende Ölpreise und eine Rezession.
* „Das Wichtigste in Kürze“ wurde von einer künstlichen Intelligenz generiert.
Rückblick: Hormus-Blockade und Ölpreis-Explosion
Die globalen Kapitalmärkte standen im März unter massivem Abgabedruck, da die Eskalation des US-Iran-Konflikts und der faktische Stillstand des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus zu einem drastischen Anstieg der Energiepreise führten. Diese geopolitische Zuspitzung schürte Inflationsängste, ließ die Hoffnung auf baldige Zinssenkungen schwinden und löste Konjunktursorgen aus. In Europa schloss der DAX mit einem markanten Monatsverlust von 10,3 % bei 22.680 Punkten ab. Innerhalb des Index fiel Beiersdorf mit einem Einbruch von 28,7 % besonders negativ auf. Parallel dazu verzeichnete der Euro Stoxx 50 einen Rückgang um 9,3 % auf 5.570 Zähler, während der breiter gefasste Stoxx Europe 600 einen Verlust von 8,0 % aufwies und bei 583 Punkten schloss. Unter den GRANOLAS illustrierte LVMH mit einer Abwertung von 14,9 % die Schwäche im Luxussegment, wohingegen ASML trotz eines monatlichen Rückgangs mit einer Jahresperformance von 21,6 % eine relative Stärke im Jahresvergleich bewahrte. Auf dem US-amerikanischen Markt sank der S&P 500 um 5,1 % auf 6.529 Punkte, während die gleichgewichtete Variante, der S&P 500 Equal Weight, einen Rückgang von 6,2 % auf 7.779 Zähler verzeichnete. Der NASDAQ 100, der sich auf Technologieunternehmen fokussiert, verbilligte sich um 4,9 % auf 23.740 Punkte. Dies wurde unter anderem durch die Entwicklung der Magnificent 7+ beeinflusst: Meta Platforms büßte 11,7 % ein und Microsoft weist seit Jahresbeginn einen signifikanten Rückgang von 23,3 % auf. Ergänzend korrigierten der S&P 400 MidCap um 5,6 % auf 3.376 Punkte und der Russell 2000 um 8,3 % auf 2.414 Punkte. Auch die asiatischen Handelsplätze partizipierten an der globalen Abwärtsbewegung: Der Nikkei 225 zeigte mit einem Minus von 13,2 % auf 51.064 Zähler die schwächste Performance der Region, obwohl er im bisherigen Jahresverlauf mit 1,4 % im Plus bleibt. In China gab der CSI 300 um 5,5 % auf 4.450 Punkte nach und der Hang Seng verzeichnete einen Rückgang von 6,9 % auf 24.788 Zähler.
Das Marktsentiment spiegelte die gestiegene Risikoaversion wider, was sich in einer Aufwärtsbewegung der Volatilitätsindizes manifestierte. So erreichte der VDAX einen Stand von 29,9, während der US-amerikanische VIX auf 30,6 anstieg. Hinsichtlich der relativen Stärke indizierten die RSI-Werte eine deutliche Abkühlung. So wurde für den DAX ein RSI von 39,0 ermittelt, für den Euro STOXX 50 ein Wert von 40,0 und für den S&P 500 ein Niveau von 43,0.
Innerhalb der europäischen Aktiensektoren offenbarte sich eine tiefgreifende Diskrepanz zwischen den einzelnen Branchen. Energy setzte sich mit einer beachtlichen Aufwertung von 23,6 % als klarer Outperformer an die Spitze des Tableaus. Im Gegensatz dazu erlitt der Sektor Consumer Discretionary mit einem Abschlag von 12,8 % die stärksten Einbußen, gefolgt von dem Sektor Industrials mit einem Minus von 11,9 % sowie dem Sektor Consumer Staples, der um 11,1 % nachgab. Ebenfalls eine schwache Tendenz zeigte der Technologiesektor mit einem Rückgang von 9,1 %.
Die Analyse der europäischen Investmentstile verdeutlichte im März eine ausgeprägte Underperformance von Growth-Titeln, die um 9,8 % korrigierten. Value-Aktien erwiesen sich mit einem Defizit von 5,7 % hingegen als vergleichsweise resilient gegenüber dem Markttrend. Im Bereich der Marktkapitalisierungen verzeichnete Large Cap einen Rückgang von 8,3 %, Small Cap fiel um 8,7 % und Mid Cap um 6,4 %.
An den Rohstoffmärkten vollzog sich eine massive Preissteigerung bei Energieträgern, während Edelmetalle Abgaben verzeichneten. Brent-Rohöl verteuerte sich signifikant und markierte zum Monatsende einen Preis von 107 USD (+51,8 %). Gold verbilligte sich derweil auf 4.608 USD pro Feinunze (-11,8 %), während Silber bei 75 USD (-19,9 %) notierte. Auch Kupfer gab nach und schloss bei 12.235 USD (-9,3 %).
An den europäischen Rentenmärkten waren steigende Renditen und fallende Kurse über alle Segmente hinweg zu beobachten. Nachranganleihen verzeichneten einen Kursrückgang von 2,3 %, Pfandbriefe verbilligten sich um 1,8 %. Eine negative Entwicklung war ebenso bei den Staatsanleihen mit einem Minus von 2,7 % zu beobachten. Unternehmensanleihen wiesen im Monatsverlauf eine Wertminderung von 2,3 % auf. Innerhalb der spezialisierten Laufzeitensegmente verzeichneten Pfandbriefe (Lfz. 1–3) eine Reduktion von 1,0 %. Deutlich stärkere Kursverluste ergaben sich bei den Staatsanleihen (Lfz. 5+) mit 3,6 % und bei den Staatsanleihen (Lfz. 7+) mit 3,8 %. Im Bereich der Corporates sanken Unternehmensanleihen (Lfz. 1–5) um 1,7 %, wohingegen langlaufende Unternehmensanleihen (Lfz. 15+) einen Rückgang von 3,6 % verbuchten. Das Segment der Unternehmensanleihen ex Finanzen (Lfz. 1–3) gab um 1,1 % nach. Die Rendite zehnjähriger deutscher Staatsanleihen stieg auf 3,01 %, was einer Zunahme von 33 Basispunkten entspricht. Zwei Jahre laufende Titel notierten bei 2,62 % und erfuhren einen Zuwachs von 59 Basispunkten. In den USA kletterte die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen auf 4,33 %, was einem Anstieg von 35 Basispunkten entspricht. Die zweijährige Variante schloss bei 3,80 % und legte somit um 40 Basispunkte zu.
Der Devisenmarkt war von einer Abwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar geprägt. So sank das Währungspaar EUR/USD auf einen Kurs von 1,155 (-2,1 %). Im Bereich der Kryptowährungen war hingegen eine Aufwertung festzustellen. So notierte Bitcoin zum Ende des Berichtszeitraums bei 68.208 USD (+4,0 %), während Ethereum einen Preis von 2.101 USD erreichte (+9,4 %).
Ausblick: Zwischen Hoffnung und Eskalation
Das erste Quartal, das durch einen historischen Ölpreisschock geprägt war, endet für die globalen Finanzmärkte mit einer bemerkenswerten Erholung. Getrieben von der Hoffnung auf ein baldiges Ende des Krieges im Iran verzeichneten die US-Indizes zum Monatsende deutliche Gewinne, während der Ölpreis erstmals wieder in Richtung der 100-Dollar-Marke nachgab. Diese positive Dynamik speist sich primär aus diplomatischen Signalen. Aussagen von US-Präsident Trump über einen möglichen Truppenabzug sowie Friedensinitiativen aus Pakistan und China lösten eine „Hoffnungsrallye“ aus. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass diese kurzfristige Entspannung auch technischer Natur ist, da die Märkte nach den massiven Verlusten im März extrem überverkauft waren. Sollte sich keine vollständige Auflösung des Konflikts abzeichnen, ist ein erneutes Nachgeben der Kurse wahrscheinlich.
Trotz der euphorischen Marktreaktion bleibt die Lage am Boden fragil. Während die US-Politik von Entspannung spricht, zeigt die militärische Realität ein anderes Bild: Die Verlegung von ca. 10.000 Soldaten muss strategisch eingeordnet werden. Zum Vergleich: Im Irakkrieg (2003) waren rund 150.000 US-Soldaten beteiligt. Angesichts der Tatsache, dass der Iran fast viermal so groß ist wie der Irak, reicht die aktuelle Truppenstärke bei weitem nicht für eine großflächige Invasion aus. Die Präsenz spezialisierter Einheiten und Schiffe wie dem amphibischen Landungsschiff USS Tripoli deutet vielmehr auf begrenzte Operationen hin.
Ein Hauptziel könnte die Sicherung oder Eroberung strategisch wichtiger Punkte in der Straße von Hormus sein, darunter insbesondere die Insel Kharg, Irans wichtigstes Ölexport-Terminal. Eine Besetzung oder Zerstörung durch US-Kräfte könnte den iranischen Ölexport komplett zum Erliegen bringen, birgt aber das massive Risiko von Vergeltungsangriffen auf die Energie- und Wasserinfrastruktur der Nachbarländer. In einem solchen Eskalationsszenario könnten die Ölpreise auf über 150 US-Dollar pro Barrel steigen und Europa in eine Rezession stürzen. Die wirtschaftlichen Spuren sind bereits sichtbar: In Deutschland stieg die Inflation im März auf 2,7 %, während die Geschäftserwartungen sanken.
Die aktuelle Erholung markiert wahrscheinlich weniger einen neuen Bullenmarkt als vielmehr ein volatiles Intermezzo. Für Anleger bleibt eine ausgewogene Positionierung und eine erhöhte Cash-Quote bis zu einer echten diplomatischen Lösung, die die geopolitischen Risikoprämien dauerhaft aus dem Markt nimmt, sinnvoll.
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