Marktkommentar Dezember 2025

Werbemitteilung | Der November war von hoher Volatilität geprägt, die primär durch die Unsicherheit bezüglich des zukünftigen US-Zinspfades und eine vorübergehende Korrektur im Technologiesektor ausgelöst wurde. Global entwickelten sich die Aktienmärkte uneinheitlich, wobei breitere US-Segmente und europäische Value-/Healthcare-Aktien relative Stärke zeigten, während Teile Asiens Rückgänge verzeichneten. Obwohl die bevorstehende Zinssenkung der Fed den Ausblick aufhellt, bleibt die aktuelle Rally fragil, da die Märkte bereits weitreichende Lockerungen eingepreist haben und somit sensibel auf jede Enttäuschung über einen weniger aggressiven Zinspfad reagieren.

09. Dezember 2025

8,1 min.

Alexander Reich

Bulle und Bär, die beiden Symbole für positive und negative Kursentwicklungen an der Börse, als kleine goldene Briefbeschwerer.

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Das Wichtigste in Kürze*:

• Der November war von hoher Volatilität geprägt, die durch die Unsicherheit über den US-Zinspfad sowie eine deutliche, aber temporäre Korrektur im Technologiesektor ausgelöst wurde.
• Globale Aktienmärkte entwickelten sich uneinheitlich: Es gab eine relative Stärke in breiter gestreuten US-Segmenten, eine Sektorrotation zugunsten von Healthcare und Value in Europa sowie spürbare Rückgänge in Teilen Asiens.
• Der Ausblick hellt sich durch die wahrscheinlich bevorstehende Zinssenkung der Fed auf, doch bleibt die Rally fragil, da die Märkte bereits viele Lockerungen eingepreist haben und Enttäuschungen drohen, sollte der Zinspfad weniger aggressiv ausfallen.

* „Das Wichtigste in Kürze“ wurde von einer künstlichen Intelligenz generiert.

Rückblick: Zwischen Zinsunsicherheit und Tech-Delle

Der Börsenmonat November war von spürbar erhöhter Volatilität geprägt. Diese resultierte vor allem aus stark auseinanderlaufenden Erwartungen hinsichtlich des weiteren Zinsanpassungspfads der US-Notenbank. Die dadurch erzeugte Unsicherheit mündete zunächst in einer markanten Korrektur des Technologiesektors. In der Thanksgiving-Woche verzeichneten die US-Märkte dann eine versöhnliche Gegenbewegung.

In Europa verzeichnete der DAX mit einem leichten Rückgang von 0,5 % eine Verschnaufpause, nachdem er seit Jahresbeginn um 19,7 % gestiegen ist. Der Euro Stoxx 50 lief mit einem marginalen Plus von 0,1 % weitgehend seitwärts, während der breiter gefasste Stoxx Europe 600 mit einem Zuwachs von 0,8 % einen gemäßigten Aufwärtstrend bestätigte und seine Jahresperformance auf 13,6 % ausbaute.

In den USA trat der S&P 500 mit einem Monatsgewinn von 0,1 % nahezu auf der Stelle, während der NASDAQ 100 um 1,6 % nachgab. Damit zeigte er eine leichte Korrektur nach einer bislang kräftigen Jahresrendite von 21,0 % (8,0 % in Euro). Auffällig ist die relative Stärke der breiter gestreuten Marktsegmente. So legte der S&P 500 Equal Weight um 1,7 % zu, der S&P 400 MidCap sogar um 1,9 % und auch der kleinteilige Russell 2000 kam auf ein Plus von 0,8 %. Dies deutet auf eine Verbreiterung der Marktteilnahme jenseits der großen Technologie- und Wachstumswerte hin. Zugleich büßte der S&P 500 Information Technology mit einem Minus von 4,4 % spürbar an Boden ein, obwohl er mit 23,7 % (10,4 % in Euro) auf Jahressicht weiterhin zu den dynamischsten Sektoren zählt.

In Asien überwogen im Berichtsmonat hingegen Korrekturen. So verlor der CSI 300 2,5 %, obwohl er seit Jahresanfang noch um 15,0 % (4,9 % in Euro) zugelegt hat. Der Hang Seng sank um 0,2 %, bleibt mit einem Jahresplus von 28,9 % (14,8 % in Euro) aber einer der stärksten großen Aktienmärkte 2025. Besonders markant fiel der Rückgang im Nikkei 225 aus: Er büßte im November 4,1 % ein, gehört auf Jahressicht mit einem Plus von 26,0 % (13,5 % in Euro) aber zu den globalen Outperformern. Damit standen im asiatisch-pazifischen Raum kurzfristige Gewinnmitnahmen einer weiterhin sehr robusten Jahresbilanz gegenüber.

Unter den Einzeltiteln stachen Alphabet mit einem starken Anstieg von 13,9 % im vergangenen Monat und Eli Lilly mit einem außergewöhnlichen Zuwachs von 24,8 % hervor. Dem gegenüber standen ausgeprägte Rückschläge bei NVIDIA (-12,6 %), Tesla (-5,8 %), Microsoft (-4,8 %) und Amazon (-4,5 %), was die hohe Volatilität im Segment der US-Megacaps verdeutlicht. Besonders starke Bewegungen gab es bei europäischen Werten bei Siemens Energy (+6,9 %), Rheinmetall (-13,7 %) und Roche (+18,7 %).

Auf der Sentimentseite kehrten die Volatilitätsindikatoren nach zwischenzeitlichen Anstiegen auf ein moderates Niveau zurück. Der VIX bewegte sich mit einem Wert von 16,4 in einer Spannbreite, die weder Panik noch übertriebenen Optimismus signalisiert. Der VDAX notierte mit etwa 17,2 ähnlich verhalten. Die markttechnischen Indikatoren unterstrichen dieses Bild: Der RSI für den DAX lag mit rund 52,0 im neutralen Bereich, der Euro STOXX 50 bei 55,0 und der S&P 500 bei 58,0. Somit waren alle drei Leitindizes weder überkauft noch überverkauft.

Innerhalb der europäischen Sektorenlandschaft zeigte sich im November ein klares relatives Gefälle. Am stärksten entwickelte sich der Gesundheitssektor mit einem Monatsplus von 5,4 %, gefolgt vom Finanzsektor, der um 3,0 % zulegte und seine bereits sehr starke Jahresbilanz von 37,8 % weiter ausbaute. Ebenfalls solide präsentierten sich Basiskonsumgüter mit 2,4 % und Versorger mit 2,2 %. Auf der Verliererseite standen Technologie mit einem Rückgang von 3,9 %, Kommunikationsdienste mit -2,9 % und Industrie mit -2,8 %.

Bei den europäischen Investmentstilen wurde eine klare Präferenz für Substanzwerte dokumentiert. So gewann der Value-Stil im November 2,9 % und liegt mit 26,1 % seit Jahresbeginn deutlich vor allen anderen Factor-Indizes. Growth verzeichnete im Monatsverlauf hingegen ein Minus von 0,6 % und kommt nur auf 7,4 % im Jahr. Die Größenklassen zeigten ein differenziertes Bild: Large Caps legten um 0,9 % zu und behaupteten sich damit besser als Mid Caps und Small Caps, die jeweils um 0,3 % zurückgingen.

Im Rohstoffkomplex gab Brent-Rohöl um 1,5 % nach und notierte zum Monatsende bei rund 63 USD je Barrel. Damit setzte sich der seit Jahresbeginn bestehende Rückgang von 14,3 % fort. Gold setzte seinen dynamischen Aufwärtstrend fort: Das Edelmetall stieg im November um 4,5 % auf einen Schlusskurs von etwa 4.191 USD je Unze. Auf Jahressicht summiert sich der Zuwachs damit auf 60,6 %. Silber verzeichnete mit einem Monatsplus von 15,8 % und einer Jahresperformance von 95,4 % die stärkste Bewegung im Edelmetallsegment.

Der europäische Rentenmarkt zeigte insgesamt ein selektives, aber keineswegs homogenes Bild. Im klassischen Euro-Rentenuniversum blieben Nachranganleihen mit einem leichten Minus von 0,1 % weitgehend stabil und erreichten auf Jahressicht 4,8 %. Pfandbriefe erzielten ein kleines Monatsplus von 0,1 % und kommen im laufenden Jahr auf 2,6 %. Breite Euro-Staatsanleihen gaben um 0,1 % nach und liegen seit Jahresanfang bei 1,2 %, während Unternehmensanleihen im Euroraum 0,3 % verloren, aber mit einer Jahresrendite von 3,2 % immer noch positiv abschneiden.

Im Monatsverlauf stieg die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen um vier Basispunkte auf 2,69 %, während die Rendite zweijähriger Bundesanleihen um fünf Basispunkte auf 2,03 % anzog. In den USA sank die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen um neun Basispunkte auf 4,00 %, während die Rendite zweijähriger US-Anleihen um zwölf Basispunkte auf 3,48 % zurückging. Auf dem Geldmarkt stieg der Dreimonats-Euribor leicht auf 2,06 %, während der Euro Short-Term Rate mit 1,93 % nahezu unverändert blieb.

Im Währungs- und Kryptomarkt stand schließlich die Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar sowie eine markante Korrektur bei digitalen Assets im Fokus. Der EUR/USD stieg im Monatsverlauf leicht an und schloss bei 1,160. Bitcoin verlor im November 16,8 % an Wert und schloss bei 91.113 USD, während Ethereum um 21,1 % zurückging und einen Schlusskurs von 3.040 USD erreichte. Damit liegen beide Kryptowährungen auch seit Jahresbeginn mit -3,7 % (-14,1 % in Euro) bzw. -9,4 % (-19,1 % in Euro) im negativen Bereich.

Ausblick: Fed-Chef als „Weihnachtsmann“

Die US-Notenbank könnte den Märkten tatsächlich ein „Weihnachtsgeschenk“ machen. Nachdem die letzte Zinssenkung im Oktober dieses Jahres stattfand, steht nun sehr wahrscheinlich eine weitere bevor, die vom Markt schon lange erhofft wird. Für Anleger bedeutet dies jedoch nicht den Beginn einer sorglosen Rally, sondern eher den Start einer neuen, vorsichtigeren Zinsphase – zumindest solange Jerome Powell im Amt ist. Seine Amtszeit endet jedoch am 15. Mai 2026. Als Möglicher Nachfolger wird Kevin Hassett, Trumps Chef-Wirtschaftsberater und Direktor des National Economic Council, gehandelt. Er gilt sowohl in Wettbüros als auch an den Märkten als Favorit und vertritt Ansichten, die mit Trumps Wunsch nach aggressiveren Zinssenkungen übereinstimmen. Dann würden die Karten hinsichtlich der geldpolitischen Ausrichtung der USA neu gemischt.

Kurzfristig bedeutet die nun wahrscheinlich anstehende Zinssenkung jedoch, dass USD-Geldmarktfonds und USD-Tagesgeld perspektivisch wieder etwas weniger abwerfen werden. Gleichzeitig stabilisiert eine entspanntere Politik der Fed in der Regel die Stimmung an den Kapitalmärkten – Risikoanlagen wie Aktien und Unternehmensanleihen profitieren häufig von der Aussicht auf niedrigere Finanzierungskosten. Gerade in einem Umfeld, in dem enorme Investitionen in KI-Infrastruktur und -Anwendungen die US-Wirtschaft stützen, spricht vieles dafür, dass die Konjunktur zunächst robust bleibt und kein aggressiver Zinssenkungszyklus notwendig ist.

Die Märkte haben jedoch bereits mehrere Zinsschritte in den kommenden Jahren eingepreist. Sollte die Fed angesichts solider Wachstums- und Arbeitsmarktdaten am Ende weniger stark lockern als erwartet, drohen Enttäuschungen – vor allem in sehr zinssensitiven Segmenten wie langlaufenden Staatsanleihen oder hoch bewerteten Wachstumsaktien. Eine gute Vorstellung davon, wie stark die Märkte schwanken, wenn sich die Erwartungen an Zinssenkungen ändern, haben wir in den letzten Wochen erhalten.

Kurzum: Die Zinssenkung der Fed ist ein positives Signal für Risikoanlagen, aber kein Freifahrtschein. Disziplin und Diversifikation bleiben entscheidend.

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Über den Autor

Alexander Reich

About the Author: Alexander Reich

verantwortet das Portfoliomanagement mit dem Schwerpunkt Multi-Asset-Strategien. Darüber hinaus ist er CIIA/CEFA-Charterholder sowie Leiter des Anlageausschusses der PVV AG.
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