Marktkommentar Januar 2026

Werbemitteilung | Während europäische Aktien sowie Rohstoffe wie Silber und Kupfer im Dezember deutliche Zuwächse verzeichneten, standen schwächelnde US-Märkte, Kryptowährungen und zinssensitive Anleihen unter Druck. Für das Jahr 2026 versprechen der KI-Boom und potenzielle Zinssenkungen zwar weiteres Wachstum, doch bleiben hohe Bewertungen und die politische Unsicherheit in den USA die zentralen Risikofaktoren.

12. Januar 2026

8,5 min.

Alexander Reich

Bulle und Bär, die beiden Symbole für positive und negative Kursentwicklungen an der Börse, als kleine goldene Briefbeschwerer.

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Das Wichtigste in Kürze*:

• Während europäische Aktien im Dezember deutlich zulegten, schwächelten die US-Märkte und Kryptowährungen.
• Silber und Kupfer verzeichneten starke Preissprünge, während steigende Renditen die Kurse von Anleihen belasteten.
• Der KI-Boom und mögliche Zinssenkungen werden das Wachstum auch im Jahr 2026 antreiben, doch hohe Bewertungen und politische Unsicherheiten in den USA bleiben Risikofaktoren.

* „Das Wichtigste in Kürze“ wurde von einer künstlichen Intelligenz generiert.

Rückblick: Globale Marktdivergenz im Dezember

Der letzte Monat des Jahres 2025 war geprägt von einer erneuten Zinssenkung der US-Notenbank, schwachen US-Aktien und sich zuspitzenden geopolitischen Spannungen rund um Venezuela, die die Risikoaversion verstärkten. Im Kontrast dazu zeigten europäische Aktien eine stabile bis positive Entwicklung.

In Europa verzeichneten die Leitindizes eine robuste Aufwärtsbewegung. Der DAX schloss den Berichtszeitraum mit einem Zuwachs von 2,7 % ab. Parallel dazu kletterte der Euro Stoxx 50 um 2,2 %, während der breiter gefasste Stoxx Europe 600 ebenfalls um 2,7 % stieg. Innerhalb des deutschen Leitindex DAX fiel die Aktie von Bayer mit einem Kursplus von 21,0 % innerhalb eines Monats auf. Im Gegensatz dazu verbuchten die US-Märkte leichte Kursverluste: Der S&P 500 notierte 0,1 % schwächer. Ein ähnliches Bild zeigte sich beim technologielastigen NASDAQ 100, der um 0,7 % nachgab. Innerhalb der Gruppe der „Magnificent 7” wies Nvidia mit einem Anstieg von 5,4 % eine relative Stärke auf, wohingegen Apple einen Rückgang von 2,5 % hinnehmen musste. Interessanterweise konnten in diesem Jahr nur Alphabet (66 %) und Nvidia (39 %) die Performance des S&P 500 schlagen; alle anderen Big Techs konnten sich nicht so gut entwickeln wie der US-amerikanische Leitindex. Mid- und Small-Cap-Werte in den USA, repräsentiert durch den S&P 400 MidCap und den Russell 2000, tendierten mit −0,1 % bzw. −0,7 % ebenfalls schwächer. Die asiatischen Märkte zeigten ein uneinheitliches Bild: Während der CSI 300 in China um 2,3 % zulegte, verlor der Hang Seng in Hongkong 0,9 %. Japanische Standardwerte im Nikkei 225 stagnierten nahezu mit einem minimalen Plus von 0,2 %.

Besonders auffällig in diesem Jahr war die starke Performance des Nikkei 225: Er legte seit Jahresbeginn um 26,2 % zu, während der S&P 500 mit 16,4 % ein geringeres Wachstum zeigte. Aufgrund der Schwäche der jeweiligen Währungen JPY und USD und der damit einhergehenden Währungsverluste reduzierte sich der Gewinn für Anleger aus Europa im Jahr 2025 teils deutlich, sodass mit japanischen und US-amerikanischen Aktien lediglich 12,1 % bzw. 2,6 % erzielt werden konnten.

Hinsichtlich des Marktsentiments lieferten die Volatilitäts- und Momentum-Indizes wichtige Anhaltspunkte für die Risikowahrnehmung der Marktteilnehmer. Die implizite Volatilität am deutschen Markt, gemessen durch den VDAX, verzeichnete einen rückläufigen Trend und sank auf 14,8 Punkte. Parallel dazu gab auch der VIX für den US-Markt nach und erreichte ein Niveau von 15,0 Punkten, was auf eine nachlassende Anspannung zum Monatsende hindeutet. Bei der Betrachtung der Relativen-Stärke-Indizes (RSI) zeigte sich für den DAX mit 64,0 und den Euro STOXX 50 mit 62,0 ein neutrales bis leicht konstruktives Momentum. Der S&P 500 wies mit einem RSI von 48 eine ausgeglichene Marktverfassung auf. Bemerkenswert ist die Situation beim STOXX Europe 600: Sein RSI schloss exakt auf der Schwelle von 70,0 und tangiert somit den Bereich einer überkauften Marktlage, was die Wahrscheinlichkeit einer kurzfristigen Konsolidierung erhöht.

Auf Ebene der europäischen Aktiensektoren dominierten deutliche Performance-Unterschiede das Marktgeschehen. Eine herausragende Stärke bewiesen Finanzwerte, die einen Zuwachs von 6,3 % erzielten. Dicht dahinter folgten Grundstoffe mit einem Plus von 4,2 %. Auch Industrieunternehmen entwickelten sich mit einer Steigerung von 2,8 % überdurchschnittlich gut. Am unteren Ende der Skala rangierten Energiewerte, deren Branchenindex um 1,4 % nachgab, sowie Basiskonsumgüter mit einem Minus von 0,8 %. Insgesamt erwiesen sich zyklische Branchen als die klaren Profiteure des vergangenen Monats, während defensive Segmente und der Energiesektor eine Underperformance aufwiesen.

Bei der Analyse der europäischen Investmentstile lässt sich eine Präferenz für Substanzwerte und kleinere Unternehmen feststellen. Mit einem Anstieg von 3,7 % übertraf der Stil Value das Segment Growth, welches lediglich um 1,4 % zulegen konnte, deutlich. Im Bereich der Marktkapitalisierung zeigten Small Caps mit einer Wertsteigerung von 2,7 % die dynamischste Entwicklung. Large Caps folgten mit einem Plus von 2,6 %, während Mid Caps das Feld mit einem Zuwachs von 2,1 % abrundeten.

Die Rohstoffmärkte waren im Dezember von einer signifikanten Rallye bei Edel- und Industriemetallen geprägt. Silber verzeichnete einen massiven Preissprung um 26,9 % und schloss bei 72 USD pro Unze. Damit untermauerte es seine außergewöhnliche Jahresperformance von 147,9 %. Kupfer verteuerte sich um 13,5 % auf 12.466 USD pro Tonne, während der Goldpreis um 4,2 % auf 4.368 USD kletterte. Im Gegensatz dazu setzte sich die Schwäche bei den Energieträgern fort: Brent-Rohöl verbilligte sich um 2,5 % und notierte zum Monatsende bei 61 USD pro Fass.

Am europäischen Rentenmarkt zeigten sich die verschiedenen Segmente im Sog steigender Renditen überwiegend schwächer. Staatsanleihen der Eurozone büßten im Durchschnitt 0,6 % an Wert ein, wobei insbesondere langlaufende Papiere mit einer Laufzeit von über sieben Jahren Kursverluste von 1,1 % verzeichneten. Pfandbriefe gaben im Durchschnitt um 0,3 % nach, wenngleich kurzlaufende Titel in diesem Segment ein marginales Plus von 0,1 % erzielen konnten. Unternehmensanleihen verbuchten einen Rückgang von 0,2 %, wobei Papiere mit sehr langen Laufzeiten von über 15 Jahren mit einem Minus von 1,4 % besonders stark unter Druck gerieten. Nachranganleihen verzeichneten hingegen einen leichten Zuwachs von 0,1 %. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe stieg um 17 Basispunkte auf 2,86 %, während das Pendant aus den USA um 13 Basispunkte auf 4,13 % anzog.

Der Devisenmarkt war von einer Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar geprägt. Zum Monatsende notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,173 USD. Im Bereich der Kryptowährungen war hingegen eine Korrektur zu beobachten. Bitcoin verzeichnete eine Abwertung und wurde zuletzt zu einem Kurs von 87.548 USD gehandelt. Ähnlich tendierte Ethereum schwächer und schloss den Berichtszeitraum bei einem Kurs von 2.972 USD ab. Auf Jahressicht verloren Euroinvestoren mit den beiden Kryptowährungen somit 18,4 % bzw. 21,9 %.

Ausblick: Zwischen Wachstum und geopolitischem Paradigmenwechsel

Der globale Kapitalmarkt startet mit einer robusten Wachstumsdynamik ins Jahr 2026, die maßgeblich durch die Fortsetzung der geldpolitischen Lockerungen sowie die anhaltend hohe Investitionsbereitschaft im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) getragen wird. Dieses Zusammenspiel verspricht positive Impulse für die weltweiten Aktienmärkte und Anlagen in Schwellenländern. Dennoch agieren die Märkte in einem spannungsgeladenen Umfeld: Die bereits hohen Bewertungen nehmen künftige Wachstumsprognosen weitgehend vorweg und lassen wenig Raum für Enttäuschungen.

In den beiden größten Volkswirtschaften, den USA und China, ist zwar ein gesundes Wachstum zu erwarten, doch strukturelle Herausforderungen verkomplizieren das Bild. Während die Exportabhängigkeit China belastet, rückt in den USA der schwächelnde Arbeitsmarkt in den Fokus. Insgesamt dürfte das US-Wachstum im Jahr 2026 jedoch höher ausfallen als von den Märkten derzeit erwartet, was vor allem zyklischen Sektoren zugutekommen könnte. Vorsicht ist dennoch geboten. Sollten die US-Arbeitsmarktdaten in der ersten Jahreshälfte enttäuschen, könnte dies die Kurse belasten, da das aktuelle Marktniveau kaum Rezessionsrisiken widerspiegelt.

Auf dem Devisenmarkt rechnen wir – unter anderem bedingt durch das robuste Wachstum im Rest der Welt – mit einer weiterhin moderaten Abwertung des US-Dollars. Auf Unternehmensebene bleibt die KI-Investitionswelle das dominierende Thema. Die massiven Ausgaben von Schwergewichten wie Nvidia und Meta verstärken die Marktkonzentration und die Divergenz zwischen den Tech-Giganten und dem breiten Markt. Wir bewerten diese Euphorie jedoch nicht als Blase, sondern als strukturelle Dynamik, die mit der frühen Phase der Internetökonomie vergleichbar ist. Mit fortschreitender wirtschaftlicher Erholung bestehen zudem gute Chancen auf eine zunehmende Marktbreite, sodass künftig auch Sektoren abseits der Tech-Branche profitieren dürften.

Die Schwellenländer, insbesondere in Asien, profitieren derzeit von einer stabilen Konjunktur, attraktiven Finanzierungsbedingungen und dem schwachen Dollar. Diesem positiven Trend stehen jedoch erhebliche geopolitische Risiken gegenüber. Vor allem die Wiederbelebung der „Monroe-Doktrin” durch die US-Administration verschärft die Lage. Die strategische Neuausrichtung auf eine strikte Einflusssphäre in der westlichen Hemisphäre zeigt sich bereits in deutlichen Interventionen, wie dem jüngsten Machtwechsel in Venezuela. Solche protektionistischen Manöver erhöhen die Volatilität, insbesondere im Rohstoffsektor. In diesem Umfeld dürften Edelmetalle erneut ihre Rolle als „sicherer Hafen“ unter Beweis stellen.

Ein kritischer Risikofaktor für das erste Halbjahr ist der bevorstehende Personalwechsel an der Spitze der US-Notenbank. Sollte die neue Führung der Fed den politischen Forderungen nach aggressiven Zinssenkungen nachgeben, würde die Unabhängigkeit der Zentralbank infrage stehen. Dies könnte zu erheblichen Verunsicherungen an den internationalen Finanzmärkten führen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Kapitalmarkt im Jahr 2026 von moderatem Wachstum bei gleichzeitig anhaltender Volatilität geprägt sein wird. Während die KI-Revolution weiterhin für positive Impulse sorgt, könnten strukturelle Herausforderungen am Arbeitsmarkt und in der Geopolitik die Stabilität des Finanzsystems auf die Probe stellen.

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Über den Autor

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verantwortet das Portfoliomanagement mit dem Schwerpunkt Multi-Asset-Strategien. Darüber hinaus ist er CIIA/CEFA-Charterholder sowie Leiter des Anlageausschusses der PVV AG.
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