Marktkommentar März 2026
Werbemitteilung | Die Konkurrenz durch KI-Modelle und die Neubewertung von Software-Aktien belasteten die US-Märkte, während europäische Indizes wie der DAX dank defensiver Substanzwerte Gewinne verzeichneten. Gleichzeitig sorgen geopolitische Eskalationen im Nahen Osten und steigende Energiepreise für ein zunehmend volatiles Marktumfeld. Die Sorge vor einem „beschäftigungslosen Wachstum“ durch KI verstärkt zudem die Unsicherheit über die künftige wirtschaftliche Entwicklung.

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Das Wichtigste in Kürze*:
• Die sogenannte „SaaSpocalypse“ sowie die Konkurrenz durch KI-Modelle wie diejenigen von Anthropic führten zu einer Neubewertung von Software-Aktien und zu Verlusten an der Wall Street.
• Während die US-Märkte schwächelten, verzeichneten die europäischen Indizes DAX und STOXX Europe 600 Gewinne. Sie wurden durch defensive Sektoren und Substanzwerte (Value) gestützt.
• Eskalationen im Nahen Osten, steigende Energiepreise sowie die Sorge vor einem „beschäftigungslosen Wachstum“ durch KI sorgen für ein volatiles Marktumfeld.
* „Das Wichtigste in Kürze“ wurde von einer künstlichen Intelligenz generiert.
Rückblick: „SaaSpocalypse“ belastet Wall Street
Im Februar zeigten sich die globalen Kapitalmärkte tief gespalten. Grund dafür waren zum einen die sogenannte „SaaSpocalypse”, eine schmerzhafte Neubewertung klassischer Software-Geschäftsmodelle infolge einer möglichen KI-Disruption durch das KI-Modell von Anthropic, sowie zum anderen eine geopolitische Eskalation im Nahen Osten. Europäische Substanzwerte bewiesen dabei eine bemerkenswerte relative Resilienz gegenüber dem schwächelnden US-Tech-Sektor.
Der STOXX Europe 600 expandierte um 3,7 % auf 634 Punkte, während der Euro STOXX 50 einen Zuwachs von 3,2 % auf 6.138 Punkte verzeichnete. Auf nationaler Ebene schloss der DAX mit einem Plus von 3,0 % bei 25.284 Punkten ab. Herausragende Kursgewinne innerhalb des DAX erzielten die Deutsche Telekom mit 20,5 %, Vonovia mit 15,9 % und Siemens Energy mit 15,5 %. Innerhalb der europäischen Gruppierung GRANOLAS zeigten sich GSK mit 18,2 % und AstraZeneca mit 15,5 % besonders dynamisch, wohingegen Novo Nordisk einen massiven Rückgang von 35,6 % verzeichnete. Die US-Märkte tendierten hingegen schwächer: Der NASDAQ 100 verlor 2,3 % und schloss bei 24.960 Punkten, der S&P 500 verlor 0,9 % und schloss bei 6.879 Punkten. Eine markante Divergenz zeigte sich beim S&P 500 Equal Weight, der um 3,4 % auf 8.291 Einheiten anstieg, während der S&P 400 MidCap um 4,0 % auf 3.575 Punkte vorstieß. Der Russell 2000 legte moderat um 0,7 % auf 2.632 Zähler zu. Unter den Titeln der „Magnificent 7+” litten insbesondere Amazon mit einem Einbruch von 12,2 % und Meta Platforms mit einem Rückgang von 9,5 % unter Abgabedruck. In Asien brillierte der Nikkei 225 mit einer Performance von 10,4 % im Monat auf 58.850 Punkte, was einer außergewöhnlichen Jahresrendite (YTD) von 16,9 % entspricht. Der CSI 300 verharrte nahezu unverändert bei 4.711 Zählern und der Hang Seng gab um 2,8 % auf 26.631 Einheiten nach.
Das allgemeine Marktsentiment war von einer uneinheitlichen Entwicklung der Volatilität geprägt. Während der VIX einen Anstieg auf 19,9 Punkte verzeichnete, fiel der VDAX auf 18,5 Punkte. Hinsichtlich der Relativstärkeindizes verzeichnete der RSI für den DAX einen Wert von 59,0, für den Euro STOXX 50 einen von 61,0 und für den S&P 500 einen von 49,0. Damit bewegten sich die Benchmarks allesamt im neutralen Bereich. Da keines dieser Barometer die Schwellenwerte von über 70 oder unter 30 durchbrach, ergaben sich keine Signale für eine bevorstehende Trendwende aufgrund überkaufter oder überverkaufter Zustände.
Sektorale Schwerpunkte in Europa lagen primär auf defensiven Bereichen. Communication Services führten mit einer monatlichen Steigerung von 10,0 % das Feld an, dicht gefolgt von Consumer Staples mit 9,7 %. Eine überdurchschnittliche Performance lieferten außerdem Utilities mit 9,0 % und Energy mit 8,8 %. Eine Underperformance war hingegen bei Financials zu beobachten, die eine marginale Korrektur von 0,3 % erfuhren.
Hinsichtlich der europäischen Investmentstile favorisierten Marktteilnehmer im Februar verstärkt Value-Werte. Außerdem investierten sie in mittelgroße Unternehmen. Das Segment Value verzeichnete einen Anstieg von 5,1 %, während Mid Cap eine Wertentwicklung von 4,7 % erzielte. Large Cap und Growth folgten mit Zuwächsen von 3,8 % bzw. 3,1 %. Small Cap bildeten mit einem Plus von 2,2 Prozent das Schlusslicht dieser Klassifizierung.
Die Rohstoffmärkte zeigten im Monatsverlauf eine überwiegend positive Tendenz. Brent-Rohöl schloss bei 71 USD pro Barrel ab. Gold festigte seine Position bei 5 222 USD je Unze, während Kupfer bei 13 483 USD pro Tonne notierte. Silber verzeichnete einen markanten Anstieg auf 94 USD pro Unze zum Periodenende.
Am europäischen Rentenmarkt manifestierte sich ein Trend zu sinkenden Renditen bei gleichzeitig steigenden Kursen. Staatsanleihen in der Eurozone legten im Durchschnitt um 1,4 % zu, wobei längerfristige Papiere mit Laufzeiten über 7 Jahren eine Wertsteigerung von 2,3 % erfuhren. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe sank um 17 Basispunkte auf 2,67 %, während die zweijährige Variante bei 2,03 % schloss, was einer Reduktion um vier Basispunkte entspricht. Pfandbriefe verzeichneten einen Kursanstieg von 0,8 %, wobei kurzlaufende Titel mit einer Laufzeit von 1 bis 3 Jahren moderat um 0,3 % stiegen. Im Bereich der Unternehmensanleihen stiegen die Kurse um 0,6 %, wobei langlaufende Titel mit einer Laufzeit von über 15 Jahren eine deutliche Outperformance von 1,8 % erzielten. Unternehmensanleihen mit Laufzeiten von 1 bis 5 Jahren verzeichneten demgegenüber lediglich einen Zuwachs von 0,3 %. Nachranganleihen verzeichneten eine positive Entwicklung von 0,3 %. In den USA rentierte die zehnjährige Staatsanleihe zum Monatsultimo bei 3,98 %, was einem Rückgang um 27 Basispunkte entspricht. Die zweijährige US-Staatsanleihe notierte bei 3,41 %, was einer Verringerung der Rendite um 13 Basispunkte gleichkam.
Auf den Devisenmärkten schwächte sich die europäische Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar ab. Der Wechselkurs EUR/USD wurde zum Ende des Berichtszeitraums mit 1,180 festgesetzt.
Im Bereich der Kryptowährungen war eine deutliche Abwertung zu verzeichnen. So sank der Kurs von Bitcoin auf 65.593 USD, während Ethereum auf 1.921 USD fiel.
Ausblick: Die Illusion des Wachstums
Die Weltwirtschaft navigiert in diesem Frühjahr durch ein volatiles Umfeld, das gleichermaßen von geopolitischen Verwerfungen und technologischen Umbrüchen geprägt ist. Die Eskalation im Nahen Osten hat einen massiven Energieschock ausgelöst, der die Produktion von Öl und Gas verteuert und den Welthandel belastet.
Insbesondere Europa befindet sich aufgrund seiner langjährigen Abhängigkeit von Energieimporten in einer schwierigen Situation, während die USA trotz ihrer Rolle als Exporteur unter massivem politischem Druck stehen. Angesichts sinkender Umfragewerte und der bevorstehenden Zwischenwahlen lastet der Preisanstieg an den Tankstellen schwer auf der Regierung unter Donald Trump.
Aktuelle Einkaufsmanagerindizes signalisieren zudem eine Wachstumsverlangsamung, von der vor allem der Dienstleistungssektor betroffen ist. Während das verarbeitende Gewerbe noch eine gewisse Resilienz zeigt, deuten steigende Herstellerpreise und sinkende Auftragseingänge auf ein schwieriges zweites Quartal hin. Von den Zentralbanken wird eine gespaltene Reaktion erwartet: Während die EZB eine steigende Inflation wohl entschlossen bekämpfen wird, dürfte die Fed aufgrund der Sorgen um den US-Arbeitsmarkt abwartender agieren. Parallel dazu sorgt der massive Ausbau der Künstlichen Intelligenz für ein „beschäftigungsloses Wachstum“ – eine Wachstumsillusion, bei der die Wirtschaftsleistung zwar durch enorme Investitionen steigt, die realen Einkommen der Bürger jedoch stagnieren, da KI-gestützte Effizienz traditionelle Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor zunehmend bedroht. In diesem Umfeld kristallisieren sich neue Gewinner wie beispielsweise der europäische Bankensektor heraus, während Dienstleistungszentren wie Indien oder Teile des Softwaremarktes unter Anpassungsdruck geraten.
Insgesamt befinden sich die Märkte derzeit in einer Phase, in der fundamentale Wirtschaftsdaten oft hinter geopolitischen Schlagzeilen und der Disruption durch KI zurücktreten. Für Investoren bedeutet dies, dass die Zeit der einfachen Gewinne vorüber ist. In einer immer unberechenbareren Welt ist eine defensive Positionierung ratsam.
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