Marktkommentar Mai 2026

Werbemitteilung | Im April verbesserte sich die Marktstimmung deutlich, nachdem sich die globalen Aktienmärkte von den geopolitischen Belastungen erholt hatten. Besonders Technologie- und KI-nahe Titel führten die Aufwärtsbewegung an, begleitet von sinkender Volatilität und einer steigenden Risikobereitschaft der Investoren. Fundamental bleibt der Ausblick für Aktien konstruktiv, auch wenn höhere Zinsen, Energiepreise und geopolitische Risiken weiterhin Belastungsfaktoren darstellen.

26. Mai 2026

8,5 min.

Alexander Reich

Bulle und Bär, die beiden Symbole für positive und negative Kursentwicklungen an der Börse, als kleine goldene Briefbeschwerer.

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Das Wichtigste in Kürze*:

• Im April drehte die Marktstimmung deutlich ins Positive, nachdem sich die Aktienmärkte weltweit von der geopolitischen Verunsicherung erholt hatten.
• Technologie- und KI-nahe Werte führten die Rally an, während sinkende Volatilitätsindikatoren auf eine höhere Risikobereitschaft hindeuteten.
• Der Ausblick bleibt fundamental gestützt, da robuste Gewinne und positive Revisionen für Aktien sprechen, wenngleich Zinsen, Energiepreise und die Geopolitik Risiken darstellen.

* „Das Wichtigste in Kürze“ wurde von einer künstlichen Intelligenz generiert.

Rückblick: Von Verunsicherung zu neuer Rekordstärke

Nach einer Phase deutlicher Verunsicherung hat sich das Marktumfeld im April grundlegend gewandelt. Zuvor war der S&P 500 um rund 8 % eingebrochen, was vor allem auf die Eskalation im Nahen Osten zurückzuführen war. Insbesondere die Blockade der Straße von Hormus, durch die knapp ein Fünftel des weltweiten Ölvolumens transportiert wird, schürte Ängste vor Versorgungsengpässen und einer Rezession. Mit der diplomatischen Annäherung und dem Weg zu einem Waffenstillstand zwischen den USA, Israel und dem Iran ist das Engpassproblem zwar keineswegs vollständig gelöst, dennoch kehrte die Zuversicht zurück. Die Märkte bewerteten die Störungen der Lieferketten als temporär und konzentrierten sich wieder auf die starken Fundamentaldaten. In einer historischen Aufwärtsbewegung machte der S&P 500 seine Verluste nicht nur wett, sondern stieg im April in einer der stärksten Rallyes seit 1957 auf neue Rekordstände.

Dieser Optimismus spiegelte sich in der Breite der internationalen Finanzmärkte wider: In Europa verzeichnete der Leitindex DAX einen Zuwachs von 7,1 %, der Euro STOXX 50 stieg um 5,6 %. Der breiter gefasste STOXX Europe 600 schloss den Berichtszeitraum mit einer Steigerung von 4,8 Prozent ab. Im DAX stach insbesondere Infineon mit einer Performance von 46,5 % im Monat hervor, wodurch sich die bisherige Jahresrendite auf beachtliche 53,4 % summierte. Ebenfalls eine überdurchschnittliche Dynamik entfaltete Siemens Energy mit einem Kursplus von 23,0 %. Auf dem US-amerikanischen Markt dominierte der NASDAQ 100 mit einem Anstieg von 15,6 %. Der S&P 500 legte um 10,4 % zu, wohingegen die gleichgewichtete Variante, der S&P 500 Equal Weight, mit einem Plus von 5,9 % eine moderatere Entwicklung aufwies. Unter den mittelgroßen und kleineren Unternehmen verzeichnete der S&P 400 MidCap einen Zuwachs von 7,8 %, der Russell 2000 kletterte um 9,7 %.

Innerhalb der Gruppierung der „Magnificent 7+” zeigten Alphabet mit 33,8 % und Amazon mit 27,3 % eine außergewöhnliche Stärke. Auch die asiatischen Märkte profitierten von der positiven Grundstimmung: Der Nikkei 225 verzeichnete ein kräftiges Plus von 16,1 % und eine Jahresperformance von 17,8 % und markierte damit die globale Spitze. Der chinesische CSI 300 stieg um 8,0 %, der Hang Seng in Hongkong verbuchte einen moderateren Zuwachs von 4,0 %. Unter den GRANOLAS-Werten stach Novo Nordisk mit einem Kursanstieg von 17,9 % hervor, während ASML seit Jahresbeginn eine bemerkenswerte Performance von 33,1 % aufweist.

Das Marktsentiment spiegelte im abgelaufenen Monat eine abnehmende Risikoaversion der Marktteilnehmer wider, was darauf hindeutet, dass diese eher bereit sind, Risiken einzugehen. Die implizite Volatilität, gemessen am VIX, sank auf 16,9 Punkte und signalisiert damit einen deutlichen Abwärtstrend. Analog dazu verzeichnete der VDAX eine rückläufige Tendenz und notierte zum Monatsende bei 22,5 Punkten. Bei der Betrachtung der relativen Stärke-Indizes (RSI) ergab sich für den DAX ein Wert von 57,0 und für den Euro STOXX 50 ein Niveau von 52,0. Dies deutet jeweils auf eine neutrale bis leicht konstruktive Verfassung hin. Der S&P 500 hingegen erreichte mit einem RSI von 71,0 die Schwelle zur überkauften Situation. Besonders im Segment der Magnificent 7+ zeigten sich mit RSI-Werten von 83,0 bei Alphabet und 77,0 bei Amazon extreme Ausprägungen, die auf eine kurzfristige Überhitzung hindeuten könnten.

Bei den europäischen Aktiensektoren zeigten sich im Monatsverlauf deutliche Performance-Unterschiede. Als Spitzenreiter erwies sich die Branche Technology mit einer Wertsteigerung von 18,3 %. Ebenfalls eine robuste Entwicklung verzeichneten die Sektoren Industrials mit 9,0 % und Financials mit einem Plus von 8,7 %. Am unteren Ende des Spektrums rangierte der Sektor Energy mit einem Rückgang von 4,0 %. Die Branche Communication Services verzeichnete mit einem Minus von 2,5 % ebenfalls eine schwächere Tendenz. Im Bereich Health Care war ein leichter Rückgang von 1,2 % zu beobachten, während die Sektoren Utilities (4,2 %) und Materials (5,2 %) solide Zuwächse verbuchten. Der Sektor Consumer Discretionary legte um 2,7 % zu, weist jedoch seit Jahresbeginn weiterhin eine signifikante Underperformance gegenüber dem Gesamtmarkt auf (-16,4 %).

Hinsichtlich der europäischen Investmentstile lässt sich eine Präferenz für kleinere Unternehmensgrößen feststellen. Unter den betrachteten Stilen entwickelte sich Small Cap mit einem Plus von 7,4 % am stärksten. Growth-Werte folgten mit einer Steigerung von 6,2 %, während Mid Cap einen Zuwachs von 5,0 % verzeichnete. Large Cap und Value entwickelten sich mit 4,7 % bzw. 4,3 % vergleichsweise moderat. Trotz der monatlichen Stärke der Nebenwerte zeigt der Stil „Mid Cap” mit einer Jahresperformance von 6,2 % die bislang stabilste Entwicklung im laufenden Kalenderjahr.

An den Rohstoffmärkten war im Berichtsmonat eine überwiegend positive Tendenz festzustellen. Brent-Rohöl verteuerte sich auf einen Monatsschlusskurs von 112 USD pro Barrel. Gold notierte zum Ende des Zeitraums bei 4 611 USD je Feinunze, was einer nahezu unveränderten Seitwärtsbewegung entspricht. Kupfer verzeichnete einen kräftigen Anstieg auf 13.088 USD pro Tonne. Silber schloss den Monat bei einem Preis von 74 USD je Feinunze ab.

Das Umfeld am Rentenmarkt war durch leicht steigende Renditen geprägt. Bei den Staatsanleihen betrug die Rendite für zehnjährige deutsche Papiere 3,03 %, was einem Anstieg von 2 Basispunkten entspricht. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen stieg um sechs Basispunkte auf 4,39 %. Im kürzeren Laufzeitenbereich schlossen zweijährige deutsche Staatsanleihen bei 2,63 %, was einem Anstieg von 2 Basispunkten entspricht, während zweijährige US-Titel eine Steigerung um 8 Basispunkte auf 3,89 % erfuhren. Nachranganleihen in Euro verzeichneten einen leichten Wertzuwachs von 1,0 %. Pfandbriefe wiesen mit einem Plus von 0,3 % eine stabile Entwicklung auf. Pfandbriefe mit einer Laufzeit von ein bis drei Jahren verhielten sich mit einem Plus von 0,2 % ähnlich. Staatsanleihen im Euroraum legten insgesamt um 0,4 % zu. Innerhalb dieser Gruppe zeigten Papiere mit Laufzeiten von über fünf Jahren sowie über sieben Jahren Zuwächse von jeweils 0,4 % bzw. 0,3 %. Unternehmensanleihen in Euro steigerten ihren Wert um 0,9 %. Bei den längeren Laufzeiten über 15 Jahren war ein Zuwachs von 1,1 % zu beobachten, während Unternehmensanleihen mit Laufzeiten von ein bis fünf Jahren um 0,7 % stiegen. Unternehmensanleihen ohne Finanzwerte mit einer Laufzeit von ein bis drei Jahren verzeichneten ein Plus von 0,6 %.

Am Devisenmarkt war eine Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar zu beobachten. Das Währungspaar EUR/USD notierte zum Stichtag bei einem Kurs von 1,170.

Im Bereich der Kryptowährungen war eine positive Wertentwicklung zu beobachten, wobei eine Aufwertung der beiden führenden Assets stattfand. So erreichte Bitcoin (BTC) einen Stand von 76.231 USD, während Ethereum (ETH) bei 2.255 USD gehandelt wurde.

Ausblick: Ertragskraft statt Schlagzeilen

Die Kapitalmärkte des vergangenen Monats standen im Spannungsfeld zwischen lauten Schlagzeilen und bemerkenswert robusten Fundamentaldaten. Geopolitische Risiken, höhere Energiepreise und wechselnde Zinserwartungen prägten die tägliche Marktberichterstattung. Dennoch richten Investoren ihren Blick zunehmend wieder auf die Faktoren Gewinne, Margen und Kapitalrenditen, die langfristig über die Entwicklung von Aktienkursen entscheiden.

Insbesondere der S&P 500 zeigt, dass die Markterholung nicht allein auf Hoffnung beruht. Zwar ist die Entwicklung des Index nach wie vor stark von Technologie- und KI-nahen Unternehmen geprägt, doch die Gewinnbasis wirkt breiter, als es die Diskussion über eine zu enge Marktführerschaft vermuten lässt. Im ersten Quartal steigerten viele Unternehmen im S&P 500 ihre Gewinne deutlich um mehr als zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr – so stark wie seit fünf Jahren nicht mehr. Auch abseits der großen Technologiewerte und der Halbleiterindustrie bleiben die Gewinnerwartungen für den breiteren Markt positiv.

Diese fundamentale Stärke spiegelt sich auch in der aktuellen Berichtssaison wider. So übertrafen fast 90 % der berichtenden S&P-500-Unternehmen die Gewinnerwartungen, während rund 80 % zugleich die Umsatzprognosen übertrafen. Diese Kombination deutet darauf hin, dass die positive Ertragsentwicklung nicht nur auf Kostendisziplin oder Aktienrückkäufen beruht, sondern auch auf robuster Nachfrage und organischem Wachstum. Entsprechend wurden die Gewinnschätzungen für den S&P 500 für das Jahr 2026 seit Jahresbeginn deutlich nach oben angepasst.

Damit verschiebt sich der Fokus der Märkte von der kurzfristigen Nachrichtenlage hin zur belastbaren Ertragskraft. Risiken bleiben jedoch sichtbar: Energiepreise, Zinsen und die Geopolitik können Volatilität auslösen. Solange jedoch Unternehmensgewinne wachsen, Margen stabil bleiben und KI-Investitionen Produktivität sowie Kapitalausgaben stützen, behalten Aktien ihre strukturelle Unterstützung. Für Anleger bedeutet das: Nicht jede Schlagzeile verdient dieselbe Aufmerksamkeit wie die Gewinnentwicklung der Unternehmen. In den kommenden Monaten wird sich zeigen, ob die positive Gewinnentwicklung die hohen Erwartungen weiterhin rechtfertigt und somit den fundamentalen Rückenwind für die Aktienmärkte aufrechterhält.

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Über den Autor

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About the Author: Alexander Reich

verantwortet das Portfoliomanagement mit dem Schwerpunkt Multi-Asset-Strategien. Darüber hinaus ist er CIIA/CEFA-Charterholder sowie Leiter des Anlageausschusses der PVV AG.
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