Marktkommentar November 2025

Werbemitteilung | Der KI-Boom hält an und stützt gemeinsam mit starken Tech-Gewinnen sowie der zweiten US-Zinssenkung die Kursgewinne an den amerikanischen Börsen. Die erfolgreiche, vielfach überzeichnete 30-Milliarden-Dollar-Anleiheemission von Meta signalisiert das anhaltende Vertrauen institutioneller Investoren in die Zukunft des Technologiesektors. Zwar bremst Fed-Chef Powell mit vorsichtiger Rhetorik zur nächsten Zinssenkung die Euphorie etwas, doch die Innovationsdynamik der Branche sorgt weiterhin für Aufwärtsmomentum.

17. November 2025

6,2 min.

Alexander Reich

Bulle und Bär, die beiden Symbole für positive und negative Kursentwicklungen an der Börse, als kleine goldene Briefbeschwerer.

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Das Wichtigste in Kürze*:

• Der KI-Boom hält an, die US-Indizes setzen ihre Gewinnserien fort und starke Tech-Earnings sowie die zweite Zinssenkung der Fed stützen die Märkte.
• Metas Anleiheemission über 30 Mrd. US-Dollar, die vierfach überzeichnet war, zeigt das Vertrauen institutioneller Anleger in die Zukunftsfähigkeit des Technologiesektors.
• Mit seiner Zurückhaltung bei einer möglichen Dezember-Zinssenkung dämpft Fed-Chef Powell die Euphorie, doch die Innovationskraft der Branche hält das Momentum aufrecht.

* „Das Wichtigste in Kürze“ wurde von einer künstlichen Intelligenz generiert.

Rückblick: KI-Boom hält an

Im Oktober setzten die Kapitalmärkte ihren Kurs des Wachstums fort. Die großen US-Indizes verlängerten ihre Gewinnserien auf bis zu sieben Monate. So verzeichnete der S&P 500 im Oktober den sechsten Gewinnmonat in Folge, die Nasdaq sogar den siebten. Ein ungebremster Investitionsboom im Bereich Künstliche Intelligenz, starke Tech-Unternehmenszahlen und die zweite Zinssenkung der Fed in diesem Jahr trieben die Märkte an. Gleichzeitig nahm die geopolitische Unsicherheit im Handelskonflikt zwischen den USA und China vorübergehend ab. Trotz vereinzelter Warnungen vor Überbewertungen dominiert weiterhin eine klare Risikobereitschaft: Anleger setzen darauf, dass das Momentum im Technologiesektor anhält.

In Europa verzeichnete der DAX mit einem Zuwachs von 0,3 % eine Seitwärtsbewegung auf hohem Niveau, während der Euro STOXX 50 mit einem Plus von 2,4 % stärker zulegte. Der STOXX Europe 600 stieg um 2,5 Prozent und unterstrich damit die robuste Marktbreite auf dem Kontinent. Besonders auffällig waren Einzeltitel aus dem DAX: Siemens Energy kletterte um 8,3 %, während Sartorius mit 23,7 % eine markante Erholung zeigte. Auf Jahressicht bleibt die Bilanz deutscher Standardwerte beachtlich, gestützt durch Titel wie Rheinmetall mit einer Jahresperformance von 178,5 % und Commerzbank mit 106,0 %. In den USA legte der S&P 500 um 2,3 % zu, während der NASDAQ 100 mit einem Zuwachs von 4,8 % eine überdurchschnittliche Dynamik zeigte. Auffällig war die anhaltende Stärke der Technologiewerte: Alphabet stieg um 15,7 %, NVIDIA um 8,5 %. Meta geriet hingegen nach zweistelligen Verlusten von 11,7 % deutlich unter Druck. Der S&P 500 Equal Weight verlor hingegen 1,0 %, was die Dominanz weniger Megakonzerne in der Indexentwicklung betonte. In Asien avancierte der Nikkei 225 um 16,6 % und markierte mit einem Jahresplus von 31,4 % die Spitzenposition unter den großen Leitindizes. Der CSI 300 stagnierte, während der Hang Seng seine Schwächephase fortsetzte und 3,5 % verlor.

Das Marktsentiment zeigte eine leichte Aufhellung bei gleichzeitig abnehmender Risikoaversion. Der VIX notierte bei 16,9 Punkten und der VDAX bei 17,7 Punkten. Beide befanden sich damit in einem neutralen Bereich ohne extreme Ausschläge. Die relativen Stärke-Indikatoren signalisierten eine differenzierte Marktlage: Der RSI des DAX lag bei 45, jener des Euro STOXX 50 bei 56 und jener des S&P 500 bei 65. Da sich kein Index im überkauften Bereich befand, deutet dies auf eine weiterhin tragfähige technische Ausgangslage hin.

Innerhalb der europäischen Sektoren dominierten defensive Branchen. Besonders stark entwickelten sich Versorger (+7,3 %) und Technologie (+7,4 %). Der Energiesektor stieg um 6,1 %, während Kommunikationsdienste (-2,7 %) den Monat als schwächster Bereich beendeten.

Bei den europäischen Investmentstilen zeigte sich eine deutliche Präferenz für Substanzwerte. Value legte um 2,7 % zu und übertraf damit Growth (+2,4 %) leicht. Small Caps gewannen 1,3 %, während Mid Caps mit einem Zuwachs von 3,0 % das Segment anführten. Large Caps legten um 2,5 % zu.

Am Rohstoffmarkt setzten Edelmetalle ihre Hausse fort. So verteuerte sich Gold um 4,9 % auf 4.011 USD je Unze und Silber stieg um 4,4 % auf 48,70 USD. Auch Industriemetalle zeigten sich fester: Kupfer kletterte um 5,7 Prozent auf 10 918 US-Dollar je Tonne. Im Gegensatz dazu setzte Rohöl seine Korrektur fort: Brent verlor 3,5 Prozent und kostete damit 64 US-Dollar je Barrel.

Am europäischen Rentenmarkt zeigten sich die Zinsniveaus leicht rückläufig. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten bei 2,65 % (ein Rückgang um 7 Basispunkte), US-Treasuries gleicher Laufzeit bei 4,10 % (ein Rückgang um 4 Basispunkte). Unternehmensanleihen verzeichneten stabile Kursverläufe (+0,7 %), während Pfandbriefe leicht anzogen (+0,5 %). Staatsanleihen mit längeren Laufzeiten gewannen überdurchschnittlich hinzu (+1,4 %). Positiv entwickelten sich auch Nachranganleihen mit einem Plus von 0,7 % und Unternehmensanleihen mit langer Laufzeit, die ein moderates Plus von 1,2 % verzeichneten.

Am Devisenmarkt verlor der Euro gegenüber dem US-Dollar 1,6 % und notierte bei 1,154 USD. Gegenüber dem Yen stieg er hingegen um 2,5 %, während er gegenüber dem Schweizer Franken um 0,7 % nachgab. Bei Kryptowährungen kam es zu Gewinnmitnahmen: So sank Bitcoin um 4,1 % auf 109.575 USD und Ethereum um 7,2 % auf 3.854 USD.

Ausblick: Bullenmarkt mit Fragezeichen

Nach einem eindrucksvollen Oktober stellt sich die Frage, ob der Bullenmarkt der Technologiewerte seine Dynamik bewahren kann. Die Kombination aus beginnender US-Zinswende und massiven Investitionen in KI hat die Märkte zwar weiter beflügelt, zugleich aber auch Bewertungsfragen aufgeworfen. Besonders aufschlussreich war die gigantische Anleiheemission von Meta über 30 Mrd. US-Dollar, die mit einer Nachfrage von 125 Mrd. US-Dollar rekordverdächtig überzeichnet wurde. Dieses Signal institutioneller Zuversicht zeigt, wie stark der Glaube an die langfristige Ertragskraft und Transformationsdynamik der großen Technologieunternehmen ist.

Allerdings sorgte Fed-Chef Jerome Powell mit seiner Bemerkung, eine weitere Zinssenkung im Dezember sei „weit davon entfernt, ausgemacht zu sein”, für eine spürbare Eintrübung der Euphorie. Die Märkte mussten ihre Erwartungen an den geldpolitischen Lockerungspfad nach unten korrigieren, was kurzfristig für erhöhte Volatilität sorgte.

Dennoch überwiegt das Vertrauen in die Innovationskraft der Branche. Ja, dies ist ein Bullenmarkt, der schon lange anhält. Ja, die Capex-Investitionen (also die Kapitalausgaben, sprich: langfristige Sach- und Infrastrukturinvestitionen, etwa in Rechenzentren, Halbleiter und KI-Hardware) sind gigantisch. Und ja, die frei verfügbaren Cashflows der Tech-Konzerne sinken teils rapide – aufgrund der hohen Investitionen. Aber im Moment liefern die Technologieunternehmen einfach weiter und sichern mit den massiven Investitionen ihre zukünftige Wettbewerbsfähigkeit. Die Tatsache, dass viele bereits von einer Blase sprechen, bestärkt einen vielmehr in der Annahme, dass diese Bewegung noch nicht am Ende ist.

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Über den Autor

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verantwortet das Portfoliomanagement mit dem Schwerpunkt Multi-Asset-Strategien. Darüber hinaus ist er CIIA/CEFA-Charterholder sowie Leiter des Anlageausschusses der PVV AG.
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