Marktkommentar September 2025

Werbemitteilung | Die US-Börsen steigen auf neue Höchststände, getragen von KI-Euphorie und Hoffnungen auf sinkende Zinsen, nachdem die Fed im September die Zinsen um 25 Basispunkte gesenkt hat und nun der Arbeitsmarkt stärker im Fokus steht als die Inflation. Für Anleger bleiben Gold, Anleihen und ein breit diversifiziertes Portfolio die besten Mittel, um von Chancen zu profitieren und Risiken abzufedern.

26. September 2025

6,1 min.

Alexander Reich

Bulle und Bär, die beiden Symbole für positive und negative Kursentwicklungen an der Börse, als kleine goldene Briefbeschwerer.

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Das Wichtigste in Kürze*:

• Die US-Börsen erreichen neue Höchststände, getragen von KI-Hoffnungen und Zinssenkungsfantasien.
• Die Fed hat im September die Markterwartungen erfüllt und die Zinsen um 25 Basispunkte gesenkt. Derzeit wiegt die Sorge um den Arbeitsmarkt schwerer als die Inflation.
• Während Gold und Anleihen Chancen bieten und Marktschwankungen den Einstieg in den Aktienmarkt erleichtern können, bleibt für Anleger die breite Diversifikation der beste Schutz.

* „Das Wichtigste in Kürze“ wurde von einer künstlichen Intelligenz generiert.

Rückblick: Starke Bilanzen und Zinshoffnungen

Vor dem Hintergrund einer instabilen französischen Regierung, starker Unternehmensgewinne in den USA und möglicher Zinssenkungen durch die Fed zeigten die internationalen Aktienmärkte im August eine deutliche Divergenz. In Europa konnte der Euro Stoxx 50 leicht um 0,6 % zulegen, während der DAX mit einem Minus von 0,7 % den schwächsten Wert unter den großen Indizes aufwies. Der STOXX Europe 600 schloss den Monat mit einem Anstieg von 0,7 % ab, blieb damit aber hinter den globalen Vergleichsindizes zurück. Auffällig war die Entwicklung einzelner DAX-Werte: Während Fresenius SE um 11,0 % stieg, mussten Siemens Energy mit –10,9 % und Beiersdorf mit –10,3 % starke Rückschläge hinnehmen. SAP korrigierte um 7,7 % und trug maßgeblich zur schwachen DAX-Performance bei. Auf der positiven Seite ragte Bayer mit einem Plus von 4,4 % heraus, während Rheinmetall seine beeindruckende Jahresperformance von 175,1 % verteidigte, obwohl der Wert im Monatsvergleich zurückging.

In den USA entwickelten sich die Märkte uneinheitlich. Der S&P 500 legte um 1,9 % zu, die gleichgewichtete Variante stieg sogar um 2,5 %. Der NASDAQ 100 zeigte mit einem Plus von 0,8 % eine verhaltene Dynamik. Dies ist teilweise auf die schwächeren Bewegungen der großen Technologiewerte zurückzuführen. Zwar konnten Alphabet (+10,9 %) und Apple (+12,0 %) kräftige Zuwächse verbuchen, doch Microsoft (–4,9 %) und Meta (–4,5 %) belasteten den Index. Tesla legte um 8,3 % zu, bleibt mit –17,3 % seit Jahresbeginn aber tief im negativen Bereich. Der Russell 2000 stach mit einem deutlichen Monatsplus von 7,0 % hervor und übertraf damit alle US-Indizes. Auch die MidCaps (S&P 400) erzielten mit einem Plus von 3,3 % ein solides Ergebnis.

In Asien dominierten positive Vorzeichen. Der chinesische CSI 300 verzeichnete mit 10,3 % den weltweit stärksten Monatszuwachs und erreichte damit auch im Jahresvergleich eine ansehnliche Performance von 14,3 %. Der Nikkei 225 konnte um 4,0 % steigen, der Hang Seng verbesserte sich um 1,2 %.

Das Marktsentiment spiegelte eine gewisse Entspannung wider. So sank der VIX auf 15,4 und der VDAX auf 16,8. Die relativen Stärke-Indikatoren (RSI) bewegten sich überwiegend im neutralen Bereich: Der RSI des DAX lag bei 43, der des Euro STOXX 50 bei 46 und der des S&P 500 bei 56. Kein Index zeigte dabei Extremwerte, die eine unmittelbare Trendwende signalisiert hätten.

Unter den europäischen Sektoren zeigte sich ein gemischtes Bild. Mit einem Anstieg von 4,0 % war der Gesundheitssektor der klare Gewinner, gefolgt von Konsumgütern des täglichen Bedarfs mit +3,3 %. Am schlechtesten entwickelten sich Technologiewerte mit einem Rückgang von 2,8 %, während auch Industrie- und Versorgeraktien mit jeweils 1,6 % nachgaben. Bei den europäischen Investmentstilen dominierten Value-Werte mit einem Zuwachs von 2,0 %, während Small Caps mit einem Rückgang von 0,8 % die schwächste Entwicklung aufwiesen. Growth-Titel verharrten nahezu unverändert bei +0,2 %.

Auch auf den Rohstoffmärkten waren deutliche Unterschiede zu beobachten. Während Brent-Rohöl mit einem Rückgang von 7,1 % auf 67 USD den stärksten Rückgang verzeichnete, glänzte Silber mit einem Monatsplus von 8,1 % und einem Schlusskurs von 39,7 USD. Gold verteuerte sich um 3,9 Prozent auf 3.429 USD, während Kupfer um 2,3 % auf 9.876 USD anstieg.

Im europäischen Anleihemarkt waren insbesondere längere Laufzeiten unter Druck. So gaben Staatsanleihen mit einer Laufzeit von sieben Jahren und mehr um 1,2 % nach, während Unternehmensanleihen mit einer Laufzeit von 15 Jahren und mehr sogar um 1,6 % zurückgingen. Kurzlaufende Pfandbriefe mit einer Laufzeit von ein bis drei Jahren konnten dagegen um 0,3 % zulegen, während Unternehmensanleihen (ohne Finanzsektor) mit einer Laufzeit von ein bis drei Jahren um 0,2 % stiegen. Klassische Pfandbriefe verbesserten sich um 0,4 %, während Staatsanleihen insgesamt 0,4 % verloren. Unternehmensanleihen und Nachranganleihen bewegten sich praktisch seitwärts.

Am Devisenmarkt wertete der Euro im Monatsverlauf gegenüber dem US-Dollar um 2,4 % auf und notierte bei 1,169. Gegenüber Kryptowährungen zeigten sich gegensätzliche Entwicklungen: So fiel Bitcoin um 6,8 % auf 108.422 USD, während Ethereum um 17,0 % auf 4.366 USD zulegte.

Ausblick: Zwischen Euphorie und Vorsicht

Wie erwartet hat die US-Notenbank Mitte September eine Senkung der Leitzinsen um 25 Basispunkte vorgenommen. Dies lässt darauf schließen, dass die Sorge um den Arbeitsmarkt derzeit schwerer wiegt als die anhaltend erhöhte Inflation. Zudem haben Fed-Offizielle zwei weitere Zinssenkungen für das Jahr 2025 in Aussicht gestellt. Zwar stützen Zinssenkungen die Märkte kurzfristig, doch sie lösen weder das Schuldenproblem noch die strukturellen Wachstumsdefizite der USA.

Derweil markieren der S&P 500 und der Nasdaq 100 neue Höchststände, angetrieben von Technologiewerten und der Hoffnung auf den avisierten Zinssenkungspfad. Doch die Erwartungen sind ambitioniert: Gewinnmargen auf Rekordniveau und ein anhaltender KI-Investitionsschub sind bereits eingepreist. Jede Enttäuschung – sei es durch schwächere Unternehmensgewinne, stagnierende KI-Renditen oder eine Verschärfung geopolitischer Spannungen – könnte deshalb stärker durchschlagen.

Für Anleger bedeutet dies ein Umfeld mit Chancen, aber auch wachsender Fragilität. Gold hat als „sicherer Hafen“ bereits um über 40 % zugelegt und bleibt angesichts geopolitischer Risiken sowie sinkender Realzinsen attraktiv. Im Anleihebereich eröffnen fallende Zinsen wieder Perspektiven, insbesondere bei qualitativ hochwertigen Papieren mit mittlerer Laufzeit.

Diese Beispiele verdeutlichen jedoch, dass es nicht ausreicht, auf eine einzelne Anlageklasse zu setzen. Gerade in Phasen hoher Bewertungen und unsicherer Konjunkturdaten erweist sich eine breite Diversifikation als der wirksamste Schutzschild, während Marktschwankungen zugleich Chancen für einen gestaffelten Einstieg eröffnen.

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Über den Autor

Alexander Reich

About the Author: Alexander Reich

verantwortet das Portfoliomanagement mit dem Schwerpunkt Multi-Asset-Strategien. Darüber hinaus ist er CIIA/CEFA-Charterholder sowie Leiter des Anlageausschusses der PVV AG.
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