Kryptonewsletter Juli 2026

Werbemitteilung | Digitale Vermögenswerte entwickeln sich zunehmend von einem reinen Anlagethema zu einem Bestandteil der globalen Finanzinfrastruktur. Stablecoins, tokenisierte Bankeinlagen und digitale Zentralbankwährungen rücken dabei stärker in den Mittelpunkt. Besonders relevant ist das Zusammenspiel mit künstlicher Intelligenz: Wenn Software künftig selbstständig Leistungen einkauft, braucht sie Zahlungssysteme, die rund um die Uhr funktionieren und auch sehr kleine Beträge günstig abrechnen können.

31. Juli 2026

4,2 min.

Julian Kampmann

Goldene Schachfigur Springer im Vordergrund, unscharfe Schachfigur König im Hintergrund.

©Copyright: PVV-AG

Visa und Stablecoins für die KI-Wirtschaft

Visa geht davon aus, dass KI-Agenten künftig zunehmend eigenständig Daten, Rechenleistung oder digitale Inhalte einkaufen werden. Für größere Zahlungen bleiben Kreditkarten geeignet. Bei Kleinstbeträgen von wenigen Cent oder weniger stoßen klassische Kartensysteme jedoch wegen ihrer Fixkosten an Grenzen. Stablecoins könnten diese Lücke schließen. Sie lassen sich rund um die Uhr und häufig zu sehr niedrigen Kosten übertragen. Dadurch wären auch automatische Zahlungen zwischen Maschinen wirtschaftlich möglich. Für Verlage, Datenanbieter oder Betreiber von Rechenzentren entstehen damit neue Erlösmodelle.

Visa erwartet daher keinen vollständigen Ersatz der Karte, sondern ein hybrides System aus Karten- und Stablecoin-Zahlungen. Offen bleiben Fragen zu Haftung, Rückbuchungen und fehlerhaften Transaktionen zwischen autonomen Systemen.

Swift bringt Blockchain in den Bankenverkehr

Auch Swift modernisiert den internationalen Zahlungsverkehr. Gemeinsam mit 17 Großbanken testet das Netzwerk blockchainbasierte Zahlungen rund um die Uhr. Dabei kommen sogenannte tokenisierte Einlagen zum Einsatz. Diese bilden reguläre Bankguthaben digital auf einer Blockchain ab. Anders als Stablecoins bleiben sie direkte Forderungen gegenüber einer Geschäftsbank.Der Vorteil liegt vor allem in schnelleren und stärker automatisierten Abläufen. Banken könnten Zahlungen künftig auch nachts oder am Wochenende bearbeiten. Die endgültige Abwicklung bleibt zunächst jedoch mit den bestehenden Bankensystemen verbunden.

Die Entwicklung zeigt, dass etablierte Finanzinstitute Blockchain-Technologie zunehmend in ihre eigene Infrastruktur integrieren, anstatt sie vollständig neuen Anbietern zu überlassen.

Japan setzt auf Solana

In Japan wollen SBI Holdings und die Solana Foundation eine umfassende Infrastruktur für digitale Vermögenswerte aufbauen. Geplant sind unter anderem ein Yen-Stablecoin, tokenisierte Anleihen und neue Zahlungslösungen. Solana dient dabei als technisches Fundament. Das Netzwerk bietet schnelle Transaktionen und geringe Gebühren und wird dadurch für institutionelle Anwendungen interessanter.

Für Solana ist die Kooperation ein wichtiger Schritt weg vom Image einer überwiegend spekulativen Blockchain. Entscheidend wird sein, ob daraus tatsächlich dauerhafte Zahlungs- und Kapitalmarktaktivitäten entstehen.

Der digitale Euro wird konkret

Die Europäische Zentralbank hat 36 Zahlungsdienstleister für eine zwölfmonatige Pilotphase ausgewählt. Dazu gehören unter anderem Deutsche Bank, UniCredit und Revolut. Der Test soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 beginnen. Der digitale Euro wäre digitales Zentralbankgeld und damit eine direkte Forderung gegenüber der EZB. Er soll sowohl online als auch offline nutzbar sein und Europa unabhängiger von Visa, Mastercard und dollarbasierten Stablecoins machen. Um größere Abflüsse von Bankeinlagen zu vermeiden, wird über eine Halteobergrenze von etwa 3.000 Euro pro Person diskutiert. Eine mögliche Einführung ist frühestens für 2029 vorgesehen.

USA verbieten den digitalen Dollar

Die USA gehen den entgegengesetzten Weg. Ein neues Gesetz untersagt der US-Notenbank bis Ende 2030 die Ausgabe eines digitalen Zentralbank-Dollars. Damit stärkt die US-Politik indirekt private Stablecoin-Anbieter wie Tether und Circle. Während Europa eine staatliche digitale Währung entwickelt, setzt die US-Seite stärker auf privatwirtschaftliche Lösungen.

Der Unterschied zeigt, dass digitales Geld zunehmend auch zu einer geopolitischen Frage wird. Europa verfolgt ein öffentliches Modell, die USA ein privatwirtschaftliches. Welche Strategie erfolgreicher ist, dürfte sich daran entscheiden, welche Lösung sich im internationalen Zahlungsverkehr tatsächlich durchsetzt.

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Julian Kampmann

About the Author: Julian Kampmann

ist Vermögensbetreuer und Experte für Digitale Assets. Einer der Schwerpunkte seiner Arbeit liegt in der Entwicklung und Umsetzung von Portfolio-Strategien mit Bezug auf Kryptowährungen.
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