Marktkommentar November 2026
Werbemitteilung | Der starke Ölpreisanstieg begünstigte Energie- und defensive Sektoren, während insbesondere große US-Technologiewerte deutlich nachgaben. Gleichzeitig sorgten sinkende Renditen bei Staats- und Unternehmensanleihen für Kursgewinne, von denen vor allem längere Laufzeiten profitierten.

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Das Wichtigste in Kürze*:
• Der kräftige Ölpreisanstieg prägte den Monat und verschob die relative Stärke klar zugunsten von Energie und defensiven Sektoren, während insbesondere große US-Technologiewerte deutlich unter Druck gerieten.
• Gleichzeitig profitierten Staats- und Unternehmensanleihen von rückläufigen Renditen, wobei vor allem längere Laufzeiten überproportionale Kursgewinne erzielten.
* „Das Wichtigste in Kürze“ wurde von einer künstlichen Intelligenz generiert.
Ölpreisschock trifft Technologiewerte
Im Oktober blieb der Krieg im Nahen Osten der zentrale makroökonomische Störfaktor: Angriffe und Sicherheitsrisiken rund um die Straße von Hormus hielten die Risikoprämie am Ölmarkt hoch und trieben den Preis für Brent deutlich nach oben. Dadurch gewannen Inflations- und Zinssorgen erneut an Bedeutung. Gleichzeitig beließen sowohl die Federal Reserve als auch die EZB ihre Leitzinsen Ende des Monats unverändert. Beide Notenbanken verwiesen auf einen weiterhin erhöhten Inflationsdruck. Dabei hob die EZB insbesondere die gestiegenen Energiepreise als Belastung für den Inflations- und Wachstumsausblick hervor. In diesem Umfeld kam es an den Kapitalmärkten zu einer ausgeprägten Rotation: Hohe Energiepreise und Zweifel an den Renditen der massiven KI-Investitionen belasteten insbesondere große US-Technologiewerte, während Staatsanleihen zum Monatsende von einer Flucht in sichere Anlagen und rückläufigen Renditen profitierten.
In Europa entwickelte sich der DAX mit einem Monatsgewinn von 2,5 % vergleichsweise robust, während der Euro STOXX 50 um 2,2 % nachgab. Der breiter gefasste STOXX Europe 600 stieg dagegen um 1,9 %. Auch auf Jahressicht bestanden klare Unterschiede: Der DAX liegt seit Jahresbeginn 5,4 % im Plus, der Euro STOXX 50 5,9 % und der STOXX Europe 600 9,2 %.
In den USA war die Marktbreite deutlich stärker als die Entwicklung der großen Technologiewerte. Der S&P 500 verlor 0,9 %, während der NASDAQ 100 um 6,7 % zurückfiel. Besonders ausgeprägt war die Schwäche im Technologiesektor, dessen entsprechendes US-Marktsegment 6,8 % einbüßte. Demgegenüber stieg der S&P 500 Equal Weight um 4,9 %. Auch kleinere und mittelgroße Unternehmen entwickelten sich stabiler: Der Russell 2000 legte um 0,5 % und der S&P 400 MidCap um 1,8 % zu. Die unterschiedliche Entwicklung zwischen kapitalisierungsgewichteten und gleichgewichteten Indizes dokumentiert damit eine deutliche Verschiebung der relativen Marktstärke. Trotz der jüngsten Korrektur liegt der NASDAQ 100 im laufenden Jahr noch 12,4 % im Plus beziehungsweise währungsbereinigt aus Sicht eines Euro-Anlegers 18,4 %. Beim S&P 500 belaufen sich die entsprechenden Werte auf 10,7 % beziehungsweise 16,6 %, beim S&P 500 Equal Weight auf 13,9 % beziehungsweise 19,9 %.
In Asien überwogen die Kursverluste. Der CSI 300 fiel um 8,5 % und weist im laufenden Jahr ein Minus von 13,9 % auf. Der Hang Seng verlor 5,4 % und liegt seit Jahresbeginn 9,1 % zurück. Auch der Nikkei 225 korrigierte um 5,2 %. Seine längerfristige Entwicklung unterscheidet sich jedoch erheblich von den chinesischen Märkten: Seit Jahresbeginn beträgt der Anstieg 25,7 %, aus Sicht eines Euro-Anlegers sogar 31,4 %. Damit bleibt Japan trotz der jüngsten Schwäche einer der stärksten großen Aktienmärkte des Jahres.
Das Marktsentiment verschlechterte sich im Monatsverlauf. Der VIX stieg auf 19,4, der VDAX auf 21,5, womit die implizite Schwankungserwartung sowohl am amerikanischen als auch am deutschen Aktienmarkt zunahm. Die RSI-Werte von DAX mit 56,0, Euro STOXX 50 mit 45,0 und S&P 500 mit ebenfalls 45,0 lagen jeweils im neutralen Bereich. Überkaufte oder überverkaufte Konstellationen bestanden damit bei diesen drei Leitindizes nicht.
Auf Sektorebene zeigten europäische Aktien außergewöhnlich große Performanceunterschiede. Gesundheitswerte erzielten mit 13,9 % den stärksten Zuwachs, unmittelbar gefolgt von Energie mit 13,8 % und Basiskonsumgütern mit 12,5 %. Kommunikationsdienste gewannen 7,7 % und Versorger 6,6 %. Auf der Gegenseite verloren Technologie 5,5 %, Finanzen 4,5 % und Industrie 2,2 %. Besonders bemerkenswert bleibt die Jahresentwicklung von Energie mit 65,4 % und Technologie mit 35,8 %, während zyklische Konsumwerte seit Jahresbeginn 15,1 % verloren haben. Insgesamt war die Entwicklung durch eine ausgeprägte Rotation zugunsten defensiver Branchen und Energie geprägt, während Finanz- und Technologiewerte zu den schwächsten Segmenten zählten.
Bei den europäischen Investmentstilen entwickelten sich Mid Caps mit einem Monatsplus von 4,1 % am stärksten. Value gewann 2,7 % und übertraf damit Growth, das um 1,5 % zulegte. Large Caps erzielten 1,7 %, Small Caps 1,6 %. Auf Jahressicht liegen Mid Caps mit 17,1 % sowie Value mit 15,6 % deutlich vor Growth mit 8,0 %. Damit setzte sich die relative Stärke weniger hoch bewerteter sowie mittelgroßer Unternehmen gegenüber klassischen Wachstumswerten fort.
An den Rohstoffmärkten dominierte eine erhebliche Spreizung zwischen Energierohstoffen und Edelmetallen. Brent-Rohöl verteuerte sich um 16,6 % und beendete den Monat bei rund 112 US-Dollar je Barrel. Seit Jahresbeginn beträgt der Anstieg 82,0 %, aus Sicht eines Euro-Anlegers 91,6 %. Gold fiel dagegen um 6,3 % auf 3.913 US-Dollar je Unze und liegt im bisherigen Jahresverlauf 10,4 % im Minus. Noch ausgeprägter war die Schwäche bei Silber: Der Preis sank um 17,5 % auf 50 US-Dollar je Unze und weist seit Jahresbeginn einen Rückgang von 30,4 % auf. Kupfer verbilligte sich moderat um 1,4 % auf 14.248 US-Dollar je Tonne, liegt seit Jahresbeginn jedoch weiterhin 14,3 % im Plus.
An den europäischen Rentenmärkten überwogen die Kursgewinne, wobei insbesondere längere Laufzeiten von den rückläufigen Kapitalmarktrenditen profitierten. Euro-Unternehmensanleihen gewannen 0,8 %, während Pfandbriefe ebenfalls um 0,8 % zulegten. Euro-Staatsanleihen entwickelten sich mit einem Plus von 1,0 % etwas stärker. Hochzinsanleihen bildeten mit einem Verlust von 0,9 % die Ausnahme innerhalb des betrachteten Rentenuniversums. Nachranganleihen erzielten dagegen einen moderaten Zuwachs von 0,4 %.
Parallel dazu sank die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen um 24 Basispunkte auf 3,33 %. Die zweijährige Bundesrendite ging um 16 Basispunkte auf 3,05 % zurück. In den USA war die Bewegung noch ausgeprägter: Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel um 31 Basispunkte auf 4,95 %, während zweijährige US-Treasuries um 23 Basispunkte auf 4,62 % nachgaben. Sowohl in Deutschland als auch in den Vereinigten Staaten waren damit über die betrachteten Laufzeiten rückläufige Renditen zu verzeichnen, wobei die stärkere Bewegung am langen Ende zugleich die positive Kursentwicklung durationsstärkerer Rentensegmente erklärt.
Am Devisenmarkt wertete der Euro gegenüber dem US-Dollar ab. Der EUR/USD-Wechselkurs lag zum Monatsende bei 1,120. Auch im bisherigen Jahresverlauf weist der Euro gegenüber dem US-Dollar eine Abwertung auf. Bei den Kryptowährungen setzte sich die Schwäche fort. Bitcoin gab nach und notierte zum Monatsende bei 76.797 US-Dollar; seit Jahresbeginn besteht ebenfalls eine negative Wertentwicklung. Ethereum verlor noch stärker und stand zuletzt bei 2.334 US-Dollar. Auch auf Jahressicht weist Ethereum eine deutlich negative Entwicklung auf.
Tech verliert, Energie und Duration gewinnen
Für den Oktober war vor allem der deutliche Führungswechsel am Aktienmarkt prägend: Während große US-Technologiewerte deutlich an Wert verloren, entwickelten sich gleichgewichtete US-Indizes sowie kleinere und mittelgroße Unternehmen deutlich besser. Gleichzeitig begünstigte der starke Anstieg des Ölpreises Energie- und defensive Sektoren, während der Technologiesektor auch in Europa zu den schwächsten Branchen zählte. Am Rentenmarkt führten die gesunkenen Kapitalmarktrenditen trotz anhaltender Inflationssorgen zu überproportionalen Kursgewinnen bei langen Laufzeiten. Der Monat stand somit für eine Abkehr von den bisherigen Technologiefavoriten zugunsten breiterer Aktiensegmente, des Energiesektors und durationsstarker Anleihen.
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